• Martin Schroer I D20sounds

Problemspieler: Der Nörgler und Zusammenfassung

Beim letzten Blog zum Thema Problemspieler wird es zum einen um den Nörgler gehen, zum anderen um eine Zusammenfassung des Themas.


Habt ihr auch einen Spieler am Tisch, der an allem etwas auszusetzen hat? Ihr findet ein magisches Schwert, er betont, dass er lieber eine Axt gehabt hätte und ihr versucht ständig ihn irgendwie zufriedenzustellen. Was ihr in solchen Fällen tun könnt verrate ich euch gleich.


Ich arbeite als Coach und Supervisor im privaten und organisationalen Bereich und spiele verschiedene Rollenspielsysteme, im Moment hauptsächlich DnD. Dadurch kenne ich einige Spielertypen und habe gelernt wie ich damit umgehen kann.


Für mich persönlich ist der Nörgler der anstrengendste Spieler am Tisch, denn ich mag es im Spiel eine gute Stimmung zu haben und jemand der ständig rummeckert kann die Stimmung schon ganz schön verderben. Was aber bringt jemanden dazu zu nörgeln?

1) Motive:

Alte Verletzungen in der Gruppe: Dieser Spieler ist u.U. früher anders gewesen und trägt irgendeinen Groll mit sich. Vielleicht wurde er unfair behandelt, vielleicht kam es ihm auch nur so vor, vielleicht wurde er (oder sein Charakter) von der Gruppe gehänselt. Eingebildet oder nicht, scheint dieser Spieler sich im Recht darin zu fühlen auch nachträglich dafür zu bestrafen finde er sich schlecht benimmt. Das ist im ersten Moment vielleicht kein besonders erwachsenes Verhalten, aber natürlich haben wir alle unsere Strategien um mit Schwierigkeiten umzugehen.


2) Was tun?

In diesem Fall ist eine Aussprache wichtig, schnappt euch den Spieler nach der Session und redet mit ihm. Bitte denkt daran, dass ihm seine Wahrnehmung der vergangenen Situation genauso wahr und richtig erscheint, wie euch die eurige. Wie man ein solches Gespräch führt habe ich in diesem Video erklärt, schaut es euch bitte an wenn ihr mögt. Danach kann es nötig sein, dass ganze mit der Gruppe zu besprechen. Auch hier wird es wieder verschiedene Wahrnehmungen geben. Wichtig ist es meiner Meinung nach, klar zu machen dass sich jemand wirklich schlecht gefühlt hat und dafür Verständnis zu bekommen. Nach einer Bestandsaufnahme im Gespräch ist es wichtig darauf hinzuarbeiten was das Endziel ist: In den meisten Fällen zusammen ein paar schöne Abende beim Rollenspiel zu verbringen. Ihr solltet im Kopf haben dass dies das Ziel ist, es wird in der Hitze der Diskussion schnell vergessen. Versucht zwischen den Spielern zu vermitteln und eine Haltung einzunehmen die „alle schützt“. Ich Aussagen sind ein guter Punkt.

Bsp: Statt „Du hast mich immer geärgert“ bitte sagen „Ich habe mich oft von dir geärgert gefühlt“ Worte wie immer und nie solltet ihr am besten umformulieren und in „öfter“ und „selten“ umwandeln.


Falsche Aufmerksamkeit: Manchmal gibt es Spieler, die haben im Laufe ihres Lebens gelernt, dass schlechte Aufmerksamkeit besser ist als keine. Ihr kennt das vielleicht noch aus der Schule, da gab es auch immer eine Person die sich schlecht benommen hat - besonders wenn sie keine Aufmerksamkeit bekommen hat.

Was ihr tun könnt ist folgendes, sprecht solche Spieler besonders bei gutem (z.B. sozialem, ruhigen) Verhalten an. Damit könnt ihr „Nörgelattacken“ vorbeugen. Auf Rumnörgeln hingegen reagiert ihr gar nicht. Erst recht nicht mit positiver Aufmerksamkeit. (Z.B. Wenn ein Spieler für seinen Charakter etwas herausschinden will, ihm dies auch noch zugestehen.) Auf diese Art wird der Spieler lernen wie er Aufmerksamkeit bekommen kann. (Durch spielförderndes, positives Verhalten.)

Jetzt noch ein paar allgemeine Tipps für euch als SL:

  1. Geht gut mit euren Spielern um, dann werden sie es auch mit euch tun.

  2. Versucht es alle gleichstark einzubeziehen.

  3. Gebt jedem die Möglichkeit zu glänzen.

  4. Lasst eure Spieler arbeiten - sonst müsst ihr es tun.

  5. Der wichtigste Tipp: Kultiviert das am Tisch was euch wichtig ist und holt eure Spieler ins Boot. Auch wenn es Meister und Spieler gibt, also auf den ersten Blick 2 Parteien, ist dies beim Rollenspiel nicht richtig. Es ist ein Spiel was ihr zusammen spielt und eine Welt, die ihr zusammen erschafft. Je mehr Einfluss eure Spieler haben, desto mehr werden sie versuchen diesen wahrzunehmen was eine tolle Sache ist. Es ist ein Zeichen großen Vertrauens wenn ihr eure u.U. selbsterschaffene Welt in die Hände der Spieler gebt um diese mit Leben zu füllen. Die Spieler werden dies merken und wertschätzen


Ich habe viel über verschiedene Problemspieler gesprochen und möchte jetzt zum Abschluss der Serie noch eine Sache klarmachen. Es geht nicht darum diese Spieler auf die Anklagebank zu stellen und zu verurteilen. Es geht darum diese Spieler zu verstehen und zu lernen mit ihnen umzugehen, denn meistens haben wir alle Anteile des einen oder anderen Problemspielers in uns.


Wenn es eine Sache am Tisch gibt für die wir selbst verantwortlich sind, ist es die den Spielern eine gute Zeit zu geben und selbst ebenfalls eine zu haben.

Bitte vergesst dies auf keinen Fall (vor allem den zweiten Teil) meine lieben, großartigen Spielleiter.


Ziemlich zum Schluss noch - vor der Bitte um likes, Kommentare und Abos: Manchmal gibt es ihn doch den einen Spieler, den ihr alle meiden solltet wie Asmodeus den Pool mit Weihwasser. Wenn ihr also trotz allen Können und aller Geduld mal auf ihn stoßen solltet: Man darf auch mal jemanden des Tisches verweisen (aber bitte als allerletzte Option).


In diesem Sinne, macht es gut und lasst die Würfel rollen.



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